Schmerzen sind ein Warnsignal unseres Körpers. Er soll unserem Gehirn signalisieren, dass etwas im bzw. am Körper beschädigt ist. Der Schmerz an sich, wird über das Rückenmark an das Gehirn kommuniziert, wo dann die emotionale Bewertung des Schmerzes stattfindet. Dieses Warnsignal wird extrem schnell über das Gehirn kommuniziert und löst eine Reaktion aus, wenn wir akut Schmerz empfinden. Der chronische Schmerz hat sich jedoch von seiner eigentlichen Funktion gelöst und existiert selbstständig. Schmerzen werden unterschiedlich und individuell wahrgenommen. Was für den einen ein leichtes Stechen oder Ziehen ist, kann für einen anderen unerträglich sein. Experten haben dieses Phänomen untersucht und stellten fest, dass hier die Erinnerung an den Schmerz eine maßgebliche Rolle spielt. Wie Schmerz empfunden wird, hängt demnach nicht nur von der Stärke des Signals, sondern auch von der vergangenen Erfahrung, der psychischen Verfassung und der Gesamtsituation ab.
Ursachen von chronischen Schmerzen
Schmerzen müssen in jedem Fall frühzeitig behandelt werden, wenn sie auftreten. Ignoriert man den Schmerz oder versucht diesen auszusetzen, kann es dazu kommen, dass sich ein sogenanntes Schmerzgedächtnis bildet und schon schwache Reize als starke Schmerzsignale wahrgenommen werden. An Schmerzen kann man sich also nicht gewöhnen. Der Wundherd muss gefunden und behandelt werden, damit die Schmerzen nicht chronisch werden. Durch das Schmerzgedächtnis sinkt die Schmerzschwelle, die Schmerzempfindung steigt und der Schmerz wird chronisch. Die körpereignen Funktionen um den Schmerz zu lindern, sind in diesem Fall nicht ausreichend.
Diagnose von Chronischen Schmerzen
Von chronischen Schmerzen spricht man, wenn der Schmerz zwischen 3 und 6 Monaten anhält. In den meisten Fällen wird hier ein Schmerztagebuch empfohlen, welches bei der Diagnose Aufschluss und des während des Therapieverfahrens protokolliert, wie sich die Schmerzempfindung verändert.
Nichtmedikamentöse Behandlung von chronischen Schmerzen
Die nichtmedikamentöse Behandlung von chronischen Schmerzen konzentriert sich im Wesentlichen darauf das Schmerzgedächtnis zu löschen. Dies wird durch die Feststellung von Mechanismen bzw. Ursachen, die das Schmerzempfinden steigern bzw. schwächen, erzielt. Kennt man die Mechanismen, die das Schmerzsignal anfachen, kann man diese steuern und die Ursachen gezielt ausschalten. Diese Therapieform erfordert häufig eine Umstellung des gesamten Tagesablaufes und der Freizeitgestaltung. Das Schmerzgedächtnis wird erweitert und die seelischen Ursachen müssen Verarbeitet werden. Es handelt es sich also um eine individuelle Bewältigungsstrategie. Bei dieser Behandlungsmethode muss allerdings davon ausgegangen werden, dass man nicht völlig schmerzfrei sein wird.
Medikamentöse Behandlung von chronischen Schmerzen
Die medikamentöse Therapie von chronischen Schmerzen, wird im Dreistufenschema durchgeführt. Im ersten Zuge wird versucht durch sogenannte Nichtopioid-Analgetika wie Azetylsalizylsäure (Aspirin®) die chronischen Schmerzen zu lindern. Andere Medikamente aus dieser Reihe sind z. B. Naproxen, Paracetamol, Metamizol, Diclofenac, Indometacin, Ibuprofen und Flupirtin. Falls die Schmerzen, trotz Einnahme dieser Medikamente besteht, werden im nächsten Schritt schwach wirksame Opioid-Analgetika verabreicht. Die letzte Stufe wird dann durch die Einnahme von stark wirksamen Opioiden erreicht. Bei sachgerechtem Einsatz ist die Entwicklung einer Sucht sehr gering. Schmerzpatienten mit Suchttendenz sollten jedoch bei dieser Therapieform ausgemustert werden, damit eine neue bzw. zusätzliche Erkrankung im Vorfeld vermieden werden kann.
Therapie von chronischen Schmerzen durch Antiepileptika
Viele chronische Schmerzformen sprechen positiv auf die Einnahme von Antiepileptika an. Dieses Präparat wird eigentlich bei Epilepsiepatienten zur Unterdrückung von Anfällen eingesetzt. Dieses Medikament hemmt die Erregbarkeit der schmerzleitenden Nerven bereits bei der ersten Einnahme und eignet sich somit optimal zur kurzfristigen Therapie.
Neurostimulatoren für die Therapie von chronischen Schmerzen
Neurostimulatoren können unter Umständen von Ärzten empfohlen werden, wenn die klassischen Behandlungsmethoden fehlschlugen. Ein Neurostimulator ist ein Gerät, welches an den Periduralraum in der in der Nähe des Rückenmarks, implantiert wird. Dieses Gerät verändert die Schmerzsignale, die an das Gehirn übertragen werden. Neurostimulatoren werden seit ca. 30 Jahren eingesetzt um die Lebensqualität von Patienten mit chronischen Schmerzen zu verbessern.
Willkommen auf der hhp-Website! Durch die weitere Nutzung unserer Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden, um die Qualität der Website zu verbessern, Ihr Surfen zu erleichtern sowie für Werbe- und Analysezwecke. Wir empfehlen Ihnen, unsere Datenschutzerklärung sorgfältig zu lesen, bevor Sie unsere Website weiter nutzen.